Hannes Birnbacher, Windhagen/Ww.

Electronic Banking - kostenlos oder kostengünstig

Für Linux und Windows

Vorbemerkung

Als sich für mich, Gewerbetreibender und Vereinskassierer, kürzlich die Notwendigkeit abzeichnete, nicht nur Zahlungen zu tätigen, sondern auch Lastschriften einzuziehen, stellte ich fest, daß eine solche Möglichkeit im Onlinebanking meines Geldinstitutes nicht vorgesehen war. Die Einreichung per papierenem Formular oder Diskette kostet Zeit, Gebühren und Porto, sodaß ich meine Bank nach einer entsprechenden Software fragte.

Doch leider sind die goldenen Zeiten vorbei, als man diese als Dreingabe zum Konto bekam, und um die 60 Euro Kaufpreis wollten für den kleinen Bedarf nicht rentabel aussehen. Der verbilligte Preis für Vereine, um 30 Euro, war auch nicht gerade geschenkt. Also guckte ich mich nach Alternativen um. Kompliziert wurde die Sache noch, weil ich vorwiegend unter Linux arbeite. Zwar lässt sich jede Windows-Software heutzutage bequem in einer VirtualBox betreiben, aber da befürchtete ich, später einmal Probleme mit dem Zugriff auf einen Kartenleser zu bekommen.

Kommerzielle Linux-Lösungen

Für Linux gibt es die Software Moneyplex , derzeit ab 39,90 Euro für entweder Linux oder Windows. Auch die wohl bekannteste Lösung, Star Money für Windows ab 29,90 Euro, bringt Installationshilfen mit, um mit der Windows-Emulation Wine betrieben zu werden.

Windows-Programme

Die Software von meiner Bank, VR Networld, gibt's in einer 60-Tage-Testversion und funktioniert hervorragend unter Windows. Überhaupt sind in der Windows-Welt eine Anzahl bewährter Programme, alle in ähnlicher Preislage, verbreitet, die zahlreiche Funktionen einschließlich einer für Privatleute ganz gut geeigneten Buchführung haben, wie Quicken oder Wiso "Mein Geld".

Es geht aber noch billiger, insbesondere für den, der sowieso schon eine Buchführung hat und "nur" Überweisungen durchführen, seine Kontobewegungen sehen und Bankverbindungen von Geschäftspartnern bzw. Vereinsmitgliedern speichern will.

Der absolute Preisbrecher, Data Becker Online Banker, laut Test identisch mit Windata in der Version 8 aus dem Hause Baumann + Balk, lief bei mir als einzige Testversion nicht auf Anhieb und stürzte sogar ab. Wen wundert da der Neupreis, originalverpackt 1,-- Euro, von einem Amazon-Händler. (Wenn Sie diesen Artikel lesen, könnte natürlich der Preis und der Link schon längst überholt sein).

Kostenloser Alleskönner für Linux, Mac und Windows

Gelandet bin ich mit meinem Linux dann bei Hibiscus, einer innovativen Software unter Java und somit im Prinzip betriebssystem-unabhängig. Die Installation unter Linux war dank der guten Erklärung auf der Website im Handumdrehen bewerkstelligt und das Programm macht jedenfalls das, was ich von ihm haben will - es gehen beliebig viele Banken einzurichten, es kann erprobtermaßen nicht nur Überweisungen, sondern Lastschriften, und ich kann mir mit einem Mausklick Umsätze und Stände problemlos abholen.

Wie sieht es mit dem Support aus? Das Projekt lebt - die Website hat Listen u.a. der erprobten Banken und unterstützten Chipkartenleser (für den, der nicht mit PIN/TAN arbeitet), ein Blog mit den neuesten Entwicklungen, Leserfragen und Autor-Antworten, ein Wiki und eine FAQ, die häufige Fragen beantworten, und die E-Mail des Programmierers ist ebenfalls angegeben.

Wie so oft, braucht sich die Software technisch wirklich vor keiner kommerziellen zu verstecken, aber der Support ... ein Handbuch gibt es zu dem Programm nicht, die Menüpunkte sind versteckt, bis man auf eine Seite bzw. in einen Programmbereich gerät, wo die betreffenden Menüpunkte gebraucht werden und anwendbar sind. Aber der Autor ist in den verbreitetsten Foren präsent und gibt Auskunft.
Ein bisschen muß man halt auch selber tun, wenn man ein Programm mit Profi-Features kostenlos haben will. Bei der HBCI-Konfiguration hilft das Wiki, in dem die Anwender selber ihre Daten eintragen, mit denen sie erfolgreich sind (http://hibiscus.berlios.de/doku.php?). Oft findet man eine technisch ähnliche Konfiguration, die man nur ein wenig abwandeln muss. Und Support ist bei den Banken auch kein Fremdwort mehr. Die E-Mail-Hotline der Kreissparkasse Köln kannte z.B. auch Hibiscus und erteilte mir eine detaillierte Antwort auf eine Frage zur URL, die von Hibiscus für Abfragen und den Zahlungsverkehr angewählt werden muß, in sage und schreibe 54 Minuten.
 

Schon viele Jahre bewährt hat sich ein kommerzielles Windows-Programm, das in der Basisversion kostenlos heruntergeladen werden kann: Alf-BanCo (und vielen Dank an die Betreiber von Onlinebanking-Forum.de, wo derlei Informationen reichhaltig abzurufen sind). Es funktionierte bei mir ebenfalls einwandfrei, doch leider ließ die Basisversion keine Lastschriften zu. Wer ein schnell zu installierendes Programm für Windows sucht, das in der Bedienung an bekannte Vorbilder erinnert, und keine Lastschriften einzuziehen hat, ist hiermit gut bedient. Eine weitere Einschränkung ist in der freien Version, daß nicht mehrere Konten darin installiert werden können.
Das ist aber schon mit der bei dieser Version "Profi" für 34,90 Euro möglich.


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Stand: 14. November 2010