Hannes Birnbacher, Windhagen/Ww.

Cameravergleich

Kodak Palmpix vs. Jenoptik JD 350 (DM 199,-- bei Metro) vs. Philips ESP80 alias Ricoh RDC4300(?), Spitzen-Megapixelcamera von 1999 vs. Jenoptik 2100f

Weitere Testseiten:

Niedlich: Scheckkartencamera mit VGA-Auflösung
Einfach nur billig: Testbilder der 2.1 Megapixel-Camera Plawa (Agfa, Practica) DC-4
Die Kleinste mit Blitz: Digital Dream Enigma 1.3
Einfach nur mies: dnt CardCam 1300
Die klobigste und schärfste: Polaroid PDC2070

Vorbemerkung: Ich habe festgestellt, dass man für wenig Geld bzw. in der 1,3 Megapixel Klasse nur Schönwettercameras kriegt. Cameras mit 640x480 und weniger Auflösung, sogenannte Web- oder Spycams sind alles Schrott. 

Autofocus und ein LCD-Display sind evt. entbehrlich, aber für Nahaufnahmen nötig. Ohne einen optischen Sucher geht es auf keinen Fall. Wie vor allem die Testbilder unter http://www.heise.de/ct/ftp/testbilder/ zeigen, fallen die Bilder zweitklassiger Fabrikate um mindestens eine Klasse (1.3 Megapixel, 2.1 Megapixel usw.) schlechter als die großen Marken wie Canon, Nikon oder Minolta aus.

Update und Tipps: Im Jahr 2008 haben die Tests der "Billigcameras" (der Neupreis der Ricoh RDC-4300 aka Philips ESP-80 war immerhin mal 1500 DM) fast nur noch historischen Wert. Wegen ihrer Macroeigenschaften würde ich allerdings gerade die RDC-4300, die ich längst abgeschafft habe, gerne zurückkaufen. Ein Macrobild aus 1 cm Entfernung, verteilt auf eine Bildbreite von 1280 Pixel, zeigt eben doch mehr Details als eines aus 10 cm Entfernung einer 3-Megapixel-Camera wie der Canon G1 auf einer Bildbreite von 2048 Pixel.

Der Photoliebhaber kann sich aber insofern freuen, als die etwas veralteten Cameras der 3-4 Megapixel-Klasse für ein Butterbrot zu erwerben sind. Auch hier muß man natürlich die Spreu vom Weizen trennen. Wie unten bei der Kodak C-330 erwähnt, erreicht nicht jedes Objektiv die Güte, die mit 4-5 Megapixeln möglich sind. Viele kann man einfach vergessen, die Szene spricht verächtlich von "Flaschenböden als Objektiv". In Vergleichsaufnahmen ganz hervorragend abgeschnitten haben unter den älteren Cameras die Nikon Coolpix 4300, die Canon Powershot G2 und G3 und die Olympus-Modelle C-5050 bzw. 5060.

Auch die Auflösung bei den "abgespeckten" Olympus C-2000, C-3000 und C-4000 ist für die jeweilige Megapixel-Klasse recht gut, nur fehlt diesen die überlegene Lichtstärke der C-2020, C-3030 und C-4040 von 2.0 oder 1.8 und der externe Blitzanschluß für Fremdblitze.

Man erkennt die Proficamera am Sensor. Er hat dieselbe Bedeutung wie in der konventionellen Fotografie das Filmformat, das von Pocket über APS, Kleinbild, Mittelformat bis zu 9x12 cm und mehr ging. Früher galt, je größer das Negativformat, desto feiner das Korn - wichtig vor allem für Nachtaufnahmen. Bei Digitalcameras ist es auch nicht anders, außer daß man die Körnigkeit als "Bildrauschen" bezeichnet. Die "Königsklasse" der Digitalcameras, die Spiegelreflex, hat meistens einen einzölligen (25 mm) in der Diagonale messenden Sensor. Für Fachfotos gut brauchbar sind die Cameras, die einen Sensor von einem halben Zoll, 1:1.7 oder 1:1.8 Zoll Größe haben - nicht nur wegen ihrer besseren Eigenschaften bei wenig Licht, sondern auch, weil sie mit zahlreichen Eingriffsmöglichkeiten und einer großen Lichtstärke gekoppelt sind
Für Profizwecke sollte man darauf achten, daß jedes externe Blitzgerät angeschlossen werden kann. Für große Hallen, Säle mit lichtschluckenden Holzdecken usw. ist ein eingebautes Winz-Blitzgerät vollkommen nutzlos. Des Weiteren haben die gehobenen Cameras einen vergrößerten Tele-Bereich, so die Nachfolger der Fujifilm MX-2900, die 4900, 6900 und S602 einen Sechsfachzoom, aber im Weitwinkelbereich hapert es - da fängt die handelsübliche Camera mit einer Brennweite (zum Vergleich umgerechnet auf Kleinbild-Verhältnisse) von 35 mm an. Also achte man darauf, daß eine Anschlußmöglichkeit für Weitwinkel-Vorsätze besteht sowie ein Vorsatzobjektiv, das optisch genau für diese Camera konstruiert ist, erhältlich ist, um den Brennweitenbereich wenigstens auf 0.8 (Fuji) oder 0.7 (Canon) erweitern zu können, ohne Unschärfen und Verzerrungen zu riskieren.

Die Olympus C-5060 glänzt schon mit einem eingebauten Superweitwinkel von adäquat 28 mm. Auch die moderneren Cameras dieser Baureihe von Olympus sind mit dem Zusatz "wide" in einer solchen Version zu bekommen.

Ein letzter Gedanke sollte der Qualität und Haltbarkeit dienen. An ausgedienten Digitalcameras sind in der Bastlerecke bei Ebay zahllose Nikon Coolpix der Reihe 900 bzw. 950 mit abgebrochenen Batteriefachdeckeln oder defekter Objektiv-Ausfuhr angeboten, viele wertvolle digitale Spiegelreflex, bei denen der Spiegel nicht mehr auslöst (logo, je mehr Mechanik an einer Camera dran ist, desto mehr kann kaputtgehen) und in den Olympus-Reihen wieder klemmende Objektiv-Mechaniken und Cameras, die sich einfach nicht mehr rühren oder z.B. ihre Datumseinstellung beim Batteriewechsel verlieren. Dies spiegelt sich auch in einigen erbosten Forumskommentaren wieder, die ich gelesen habe.

Ich bezweifle nicht, daß eine vielfach größere Stückzahl auch der genannten Cameras, die vorsichtig und mit der einem feinmechanischen Erzeugnis gebührenden Achtung behandelt worden sind, seit vielen Jahren klaglos ihren Dienst tun wie neu. Aber ist es ein Zufall, daß es sich z.B. bei den Canon-Modellen G1, G2 oder G3, wenn sie denn mal als defekt verkauft werden, in aller Regel um massive Sturzschäden mit gebrochenem Objektivtubus usw. handelt? Von selber scheinen sie nie ihren Dienst einzustellen, so wie übrigens auch die erwähnten Fuji-Modelle incl. meiner eigenen MX-2900 scheinbar unkaputtbar sind.

Tipp: Manchmal ist ein scheinbarer Kameradefekt auf Probleme mit den Akkus zurückzuführen. Ein Wechsel zu den Eneloop-Akkus und baugleichen ist zu empfehlen. Ich weiß von mindestens einem Fall aus dem Bekanntenkreis, wo der etwas stabilere Entladungsverlauf einer wertvollen Olympus-Kamera zu einem zweiten Leben verhalf, die mit normalen, nicht mehr ganz taufrischen Akkus regelmäßig nach wenigen Aufnahmen den Dienst verweigerte.


Haus 20010619 JD350.jpg
19. Juni 2001
Jenoptik JD350, Fixfocus, 640x480 Pixel Festeinstellung, nach Gammakorrektur 1.00-->3.50

Diese Billigcamera macht nur bei Sonne und/oder einem Entfernungsbereich von 1...5 mtr. erkennbare Bilder, oder bei Blitz in einer Entfernung von ca. 1.50...3 mtr., wenn alle aufgenommenen Bildbestandteile gleich weit entfernt sind. Ihre Brillanz ist sehr schlecht, was nur durch die Lichtverhältnisse (hier schräger Einfall des Lichtes von hinten) und das Prinzip "nah ran" ausgeglichen werden kann. Selten ist auf einem Bild alles so gut erkennbar wie oben. Dass auf die erbärmliche Linse dieser kaum brauchbaren Camera der Name des altehrwürdigen Lichtriesen "Biotar" von Zeiss, aus der großen Zeit der deutschen Cameraindustrie gepappt ist, lässt sich eigentlich nur als hintergründiger Humor erklären. Bestechend ist ihre Größe, die genau der Grundfläche eines Pagers "Skyper" entspricht (etwas dicker) bzw. einer Zigarettenschachtel. Mit zwei Batterien der häufigsten Größe "AA" geht sie sparsam um, da sie natürlich auch kein LCD-Display hat. Einer ihrer Vorzüge ist, daß sie sowohl einen USB-Anschluß als auch einen seriellen hat. Der serielle Anschluß ist allerdings langsamer als der serielle Anschluß bei der Ricoh. Der USB funktioniert schnell und problemlos und sorgt auch für die Stromversorgung beim Download. Die Jenoptik hat keine auswechselbare Speicherkarten, aber im Vergleich z.B. zu den (immer noch teureren) Agfa Cameras der ähnlichen Leistungsklasse mit 8 MB einen achtmal so großen internen Speicher. Ein großer Vorzug gegenüber Autofocuscameras: mangels jeglicher mechanischer Automatiken löst diese Camera sofort aus.
Was man im besten Falle mit so einer Camera zustande bringen kann, zeigt vielleicht ein Blick auf http://www.budokan-linz.forum-rheinland.de/ausfahrt.html,und das ist nicht viel.


palmpix.jpg
15. Oktober 2003

Hier ist ein Probefoto mit einer Kodak Palmpix, der Ansteckcamera zu einem Palm Handheld-Computer Modell III.
Sie hat dieselben technischen Daten wie die erwähnte Jenoptik: Auflösung 640x480 Pixel, Fixfocus, CMOS-Sensor (der in den Farben nicht so realistisch zeichnet und verrauschte Flächen bringt). Dennoch zeigt dieses Modell, dass der Qualität von Digitalcameras (dieser Ansatz ohne bewegliche Teile, ohne Blitz, ohne Auslöser, ohne Speicher oder Kartenleser wurde immerhin mal um die 159 Dollar verkauft) keine Untergrenze gesetzt ist. In diesem Falle führe ich das darauf zurück, dass Kodak ihr wohl nur eine einzige kleine Plastiklinse statt eines Objektives gegönnt hat. Man sieht dies recht klar an der Unschärfe in den Ecken. Da ist es dann auch schon egal, dass man bei keiner Beleuchtung und bei keiner Kontrasteinstellung auf dem Display eines Palm Handheld das Sucherbild erkennen kann.
Auch dieses Bild musste natürlich nachbearbeitet werden, um das Motiv überhaupt erkennen zu lassen: mit GIMP die Farbsättigung verdoppelt und den Kontrast um fünfzig Prozent erhöht.
Weitere Bilder (verkleinert!):
Neustadt-Rott am 12. Okt. 2003, Backhaus Windhagen am 12.10.2003.


Philips ESP80, baugleich Ricoh RDC4300 (1.3 Megapixel, Dreifachzoom, Point-and-Shoot Camera)

Testbild 640x480 ESP80
29.11.2003 Blende 4,1 1/256 sec. (für 1280x960 anklicken).
Testbericht Philips ESP 80 (=Ricoh RDC4300)

Die Ricoh kann mehr (und ist natürlich mit ihrem Makromodus und Dreifachzoom, z.B. auch im Telemodus, unschlagbar, siehe z.B. das Bild von Wildeshausen) , aber in der Praxis wird man ihre Megapixel-Auflösung nicht immer brauchen. Sie hat keinen Durchsichtssucher und bei hellem Tageslicht kann man auf dem LCD-Display nur raten, was auf's Bild kommen wird, dazu ist sie ein Batteriefresser. Von den Abmessungen her ist sie fast doppelt so lang und dick wie die Jenoptik. Was diese Camera für sehr viele Anlässe verleidet, merkt man, wenn man den Sekundenzeiger einer Uhr fotografiert oder versucht, Schnappschüsse zu machen: sie löst erst zwei Sekunden aus, nachdem man den Auslöser drückt.
Und wo viel drin ist, kann auch viel kaputt gehen... was der Anlaß war, zur Überbrückung die "kleine" anzuschaffen.
Anmerkung: Die Camera wurde flink, preiswert und ordentlich von Fototechnik Manfred Braig, 65201 Wiesbaden, Rheingaustr. 26, Tel. 0611 261184 repariert. Er macht nur Ricoh.

Tipp zur ESP-80, Ricoh RDC-4200, Ricoh-RDC-4300 und unzählige andere Kameras, Fernbedienungen etc.: Ist die Stützbatterie für Datum/Zeit und Einstellungen leer, kann man auch eine gängige Batterie für Computermainboards (CR-2032) einsetzen. Mit Sicherheit kann man sich eine von der nächsten Computerwerkstatt ausbetteln, denn in jedem kaputten Mainboard ist eine drin, die höchstwahrscheinlich noch jahrelang hält. Ist ja nicht ganz unwichtig, wenn man ein paar von derlei Kameras in der Sammlung hat!


Jenoptik JD2100f (billige Fixfocuscamera mit 2.1 Megapixel)

Bild Haus 640x480 JD2100f
29.11.03 Blende 11 1/125 sec. (Original 1600x1200 anklicken)

Es reisst einen nicht vom Hocker, aber immerhin: in der 1600x1200 Version löst die JD2100f teilweise die Putzstruktur auf (im Schatten des Geländers, wo die Hauswand nicht zu einer weißen Soße wegkomprimiert ist), und trennt auch noch die Satellitenschüssel von ihrem Pfahl.
Im Gegensatz zur JD350 oder gar der Palmpix ist mir bisher keine einzige Aufnahme mit der JD2100f misslungen, sei es wegen mangelnder Schärfe oder falschen Farben - nicht einmal, wenn ich im Zimmer einfach mal auslöste, um zu gucken, ob die Bilder auf der neuerworbenen CV-Card gespeichert werden.
Stellt man sie auf 800x600 ein, so sollte man die Kompression auf "best" ändern, wenn man passable 640x480 Aufnahmen in's Internet stellen will.
Ein schwerwiegendes Argument für den ernsthaften Fotografen ist allerdings der Fixfocus. Bei Sonne oder Blitz ist's egal, aber sonst wird die Programmautomatik der Jenoptik, wie die Vergleichsfotos, die ich für die folgende Seite gemacht habe, deutlich gezeigt haben, viel früher ihre kleine Blende 11 und eine längere Verschlußzeit wählen als die Ricoh, die auch bei offener Blende jede Entfernung scharf stellt. Nicht nur, daß der Fixfocus bei Landschaftsfotos keine Schärfereserven für entfernt liegende Objekte lässt, diese Bauart ist in Erfahrungsberichten bei Cia.com logischerweise auch dafür bekannt, daß bewegliche Objekte viel leichter verwackeln als bei teuren Cameras.

Testfotos Jenoptik JD 2100f

Vergleichsbild

Trägt kaum mehr auf als eine Packung Papiertaschentücher: die Jenoptik JD2100f.

Die Jenoptik 2100f meldet sich am USB-Eingang meines Computers als Scanhex an. Sie wurde Ende 2002 bei "Plus" für 99 Euro verkauft. Es gibt sie auch mit geringerer Auflösung als 1300f. Sie ist mit 185 Gramm samt Akkus noch sehr leicht und hat nur die Größe einer Zigarettenpackung. Es handelt sich um eine einfache Fixfocus-Camera (kein Autofocus) ohne LCD-Display für die aufgenommenen Bilder. Ihre Vorteile sind u.a. eine geringe Auslöseverzögerung und ein klarer Leuchtrahmensucher. Sie benötigt nur zwei Akkus in AA-Größe.
Eine Stützbatterie, Real-Time-Clock oder auch nur Funktion zum Setzen einer internen Zeit ist nicht vorhanden. Man muß wohl damit leben, dass die Fotodateien fix den 2. April 2002 als Aufnahmezeitpunkt ausweisen, wie auch der (prompt funktionierende) E-Mail-Support von Jenoptik bestätigt hat:"Das Datum in Ihrer Kamera zeigt das Erstellen der Firmware".

Diese Camera kann problemlos auch unter Linux ausgelesen werden. Man muss nur wissen, dass die Camera bei eingelegter CF-Card den internen Speicher abschaltet. Bei mir ist wechselweise die CF-Card unter /dev/sda1 aufzufinden, der Cameraspeicher bei entnommener CF-Card unter /dev/sda. Also habe ich mir auch zwei Mountpoints angelegt, /camera und /cfcard. Auf die jeweiligen Daten kann ich zugreifen:

  • bei eingelegter CF-Card mit "mount -t vfat /dev/sda1 cfcard",
  • bei entnommener CF-Card mit "mount -t vfat /dev/sda camera".
Bei manuellem Mounten wären zwei Mountpoints natürlich unnötig, aber selbstverständlich habe ich in /etc/fstab ebenfalls die notwendigen Einträge gemacht:
/dev/sda /camera vfat ro,noauto,user 0 0
/dev/sda1 /cfcard vfat ro,noauto,user 0 0
und kann jetzt mit einem einfachen "mount /camera" bzw. "mount /cfcard" auf den jeweils in der Camera aktiven Speicher zugreifen.

Der Mount-Befehl ist auch unser Freund, wenn sich Linux in seiner notorischen Unzuverlässigkeit weigert, die Karte zu kennen. Mit einem simplen mount -l kann man sich alle Devices anzeigen lassen - ist ein neu angestecktes USB-Device heute als sda2 oder sdb1 angezeigt oder welche Streiche uns unser System auch heute spielen mag, kann man es hier erkennen.

Näheres unter http://www.steinionline.de/lol/JD2100f.htm. Die dort beschriebenen Prozeduren musste ich aber für mein System wie obenstehend abwandeln.

Übrigens ließ sich mit obiger Konfiguration ohne jede Änderung stattdessen auch ein no-name-Kartenleser (gekauft im Okt. 2004 bei Norma) anstecken und die darin eingesteckte Karte mounten - für mich eine Erleichterung, da ich auch noch eine alte aber leistungsfähige Digicam mit einem seriellen Anschluß habe, deren Bilder unter Gphoto nur höchst langsam und unzuverlässig eingespielt wurden.
Tipp: Die Wiederherstellung von in der Camera vorzeitig gelöschten Bilddateien auf der Speicherkarte gelang mir unter Linux problemlos mit dem Programm "recoverjpeg". Darunter übrigens auch noch massenhaft Urlaubsphoto vom Vorbesitzer ... also bei Verkauf immer formatieren.

Insgesamt kann ich aber trotz Preisen von ca. 17 bis ca. 32 Euro nicht mit gutem Gewissen zum Kauf dieser Cameras des Fabrikates Jenoptik/Scanhex raten. Unter drei Cameras, die ich nacheinander gekauft habe, war keine ohne Defekt. Nr. 1, eine 2100f, hatte einen Schatten (Fussel auf dem Sensor o.ä.) in allen Bildern. Der Ebayverkäufer ließ sich erst teuer von meinem Anwalt überzeugen, dass ihm das neue EG-Recht doch nicht die Möglichkeit gibt, eine mangelhafte Camera ohne Gewährleistungsanspruch zu verkaufen. Bei der zweiten, einer 1300f, ebenfalls als "neuwertig" von einem Ebayer abgestoßen, funktionierte die Stromversorgung vom USB nicht, wenn eine CF-Card eingelegt war. Man konnte sich behelfen, indem man erst die Camera einschaltete und dann den USB-Stecker einsteckte, allerdings ging sie dann weder durch Ausstöpseln noch durch Ausschalten wieder aus; man musste hierzu den Batteriedeckel öffnen. Die dritte, eine fabrikneue JD2100f von Foto-Walser, ersteigert zu 26,02 Euro, funktionierte im Lieferzustand nur mit Alkalibatterien, nicht mit Akkus; man musste zwei Plastikniete neben dem Kontakt im Batteriedeckel abschleifen, da Akkus einen etwas breiteren Minuspol haben.

Hier folgen nun eine Reihe Testfotos, die mit der JD2100f im Vergleich zu anderen Cameras gemacht wurden. Bei Klick auf die Bilder werden sie im Hauptfenster (Rücktaste benutzen) in voller Größe angezeigt (Achtung, 1200x1600 px, bis ca. 400 kB - lange Ladezeit bei Modemübertragung!).

JD2100f
Jenoptik 2100f Blende 3,6 1/22 Sekunde aufgestützt, Kompressionsmodus "best", Bild aufgehellt
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Jenoptik 2100f Blende 3,6 1/22 sec. aufgestützt, Kompressionsmodus "best", Bild aufgehellt
MX-2900 (800 KB)
Fuji MX-2900. Auch diese Camera hat "nur" 2.1 Megapixel. Während bei der Jenoptik viele Bildpartien durch die schlechte Auflösung ihres Objektives sowie die nicht abstellbare, agressive Schärfung zusammenlaufen, ergibt sich mit der Fuji ein deutlich detailreicheres, ruhigeres Bild. HOVERTEXT
Zum Vergleich Ricoh RDC4300 3.4.99







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Jenoptik 2100f Blende 3,6 1/15 sec. Blitz



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Kleinbildcamera Ricoh 1999 (Scan vom Papierbild)


  MX-2900
Fuji MX-2900, 2.1 Megapixel, Blitz, f=3.4, 1/90sec.
Die überlegene Auflösung sieht man u.a. an der Minutenskala der Wanduhr.
C-5050
Olympus C-5050, Bl. 2, 1/40 sec, Blitz
Die viel modernere C-5050 mit ihren 5 Megapixeln braucht sich vor einer herkömmlichen Kleinbildcamera nicht mehr zu verstecken. Wie immer gibt's das Original mit einem Klick auf obiges Bild zu sehen - aber Vorsicht, bei 1920x2560 Pixeln hat die Datei inzwischen über 1 MB Größe.
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Jenoptik 2100f Makro Blitz tw. abgedeckt Bl. 11 1/15 sec.
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Jenoptik 2100f Makro Blitz tw.
abgedeckt (siehe links), Bl. 11 1/15 sec.
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Jenoptik 2100f
Aufnahmeformat 800x600 verkleinert auf 640x480. Blende 11, 1/45 sec, komprimiert in Einstellung "best".
Will man die Bilder sowieso auf 640x480 bringen, so gibt es in Einstellung "best" praktisch keinen Unterschied mehr zur Speicherung in 1600x1200 und nachträglichen Verkleinerung. Auf eine CF-Card von 8 MB passen dann aber 40 Bilder.
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Jenoptik 2100f
Aufnahmeformat 1600x1200 verkleinert auf 640x480. Bl. 11 1/85 sec. In der Verkleinerung hat dieses Format kaum Vorteile mehr gegenüber der platzsparenden Speicherung als 800x600 Bild.Hier die Originalgröße 1600x1200. Man achte darauf, daß Einzelheiten wie die Dachstruktur in der Mitte oder ein Kfz-Kennzeichen noch sichtbar sind.
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Jenoptik JD2100
Aufnahmeformat 800x600 verkleinert auf 640x480. Kompressionseinstellung "normal". Blende 11, 1/85 sec. Man muss schon genau hingucken, um zu sehen, dass einige Details (z.B. die linken Dachgauben) etwas verwaschener aussehen.Hier die Originalgröße 800x600. Details fehlen gegenüber 1600x1200.
MX-2900
Auch hier zeigt die Fuji MX-2900 ihre Stärken. Sie löst z.B. die Dachziegel des entfernten Hauses im Zentrum noch auf. f=7.6 1/222 sec. 1800x1200 px., 863 KB. Bild
Ricoh RDC4300 zum Vergleich, etwas herangezoomt, verkleinert auf 640x480. Blende 4,8 1/181 sec. Bild
Hier eine Vergleichsaufnahme mit der JD1300f, durch die ich die 2100f weg. Defektes ersetzt hatte. (Bl. 11, 1/30 sec). Für Internetbilder sind ihre 1,3 Megapixel nicht weniger wert als die 2,1 Megapixel der Jenoptik 2100f. Nicht anders als bei der 2100f stimmen die Farben und der Himmel wird durchgezeichnet; die Bilder fallen nicht durch besondere Schärfe auf, aber es wird auch kein mißlungenes Foto produziert. Auch sie wird unter Linux als Wechseldatenträger am USB-Bus erkannt. Im Gegensatz zur 2100f gilt aber: erst Camera einschalten, dann USB-Kabel einstöpseln. Bild
Eine weitere Aufnahme mit der JD1300f (Blende 11, 1/30sec.) Hier das Originalgröße in der Größe 1280x960. Bild
Auch hier eine Vergleichsaufnahme mit der Ricoh RDC4300. Originalgröße 1280x960 HOVERTEXT
Aufnahmeformat 800x600 verkleinert auf 640x480. Blende 11, 1/45 sec, komprimiert in Einstellung "best".

Hier zum Vergleich eine ältere Aufnahme vom gleichen Standpunkt aus mit der Jenoptik JD350, Farbsättigung und Kontrast nachgearbeitet. Kommentar wohl überflüssig.

Der Digitalzoom 1:2 könnte natürlich genauso gut durch eine Ausschnittvergrößerung erreicht werden, spart aber drei Viertel des Speicherplatzes auf der Karte, wenn man wirklich nicht näher herangehen kann. Diese Bildchen mögen auf einer Internetsite in einer Größe von ca. 320x240 noch präsentabel sein, wie das nachstehende Beispiel zeigt.

Bild 300x400
Jenoptik Digital"zoom" 29.11.2003 Blende 11 1/85 Originalgröße 800x592.
Bild 400x300Zum Vergleich ein Bild der Ricoh RDC4300, 1.3 Megapixel Sensor, Bild auf 800x600 verkleinert, bei 2fach optischem Telezoom. 2.12.2003 Bl. 3,7 1/181 sec. Obwohl die bei der Jenoptik für das Digitalzoom ausgenutzte Sensorfläche 800x600 Pixel umfasst, ist das Bild des optischen Zooms schärfer. MX-2900
Fuji MX-2900, auf 400x267 (anklicken für 800x533) verkleinert. f=3.4, 1/315 sec. Die Programmautomatik der Fuji muss nicht auf den Fixfocus Rücksicht nehmen, sondern wählt hier intelligenter ihre größere Blende (sie hat nur zwei) und für das Telefoto die kürzere Zeit.
Bild JD2100f Nah-Zoom digital
JD2100F Zoom aus der Nähe, Bl. 3.6 1/125 sec. Auf diesem Digitalzoom-Bild ist der Qualitätsunterschied zum optischen Zoom geringer als bei der Fernaufnahme im vorigen Bildpaar, vermutlich, weil die Aufnahmeentfernung von ca. 3 mtr. mitten in der Schärfentiefenzone liegen dürfte.
ESP80 Zoom aus der Nähe
Das auf 800x600 verkleinerte Bild einer RDC4300 mit optischem Zweifachzoom und Autofocus ist immer noch etwas schärfer, obwohl beim Digitalzoom der Jenoptik ein Sensorfeld von 800 x 600 zur Verfügung stand. Blende 3.7 1/91 sec.

JD2100f
Jenoptik 2100f Blende 11 1/85 Sekunde, Digitalzoom eingeschaltet, Kompression "normal", 800x600
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Jenoptik 2100f, 1600x1200 auf 800x600 verkleinert, Blende 11 1/85 sec.,entsprechend näher herangegangen. Man beachte, wie z.B. die Schindeln an der Verkleidung des Schornsteines, die Dachziegel, die Bretter und der obere Beschlag des rechten Fensterladens noch deutlich aufgelöst werden.

Bild
schlechteste vorstellbare Version (129 KB, nur aus den ursprünglichen ca. 400 KB bei 75% Qualität komprimiert ohne wesentliche Einbußen)

Mein Fazit: Meine JD1300f ist als Zweitcamera knapp befriedigend, um Schnappschüsse von Touren in's Internet zu stellen. Die JD2100f bietet für diese Zwecke kaum mehr. Die Vorteile beider sonst baugleicher Modelle sind der klare Leuchtrahmensucher, geringe Stromverbrauch, die schnelle Auslösung, farbtreue, verzeichnungsfreie Abbildung, das niedrige Gewicht und natürlich der kleine Preis (neu bei Ebay schon mal ab 18-28 Euro).


Fuji MX-2900 (2.1 Megapixel, extl. Blitz, Manueller Modus)
MX-2900 (832KB)

15.1.2005 Blende 7.6 1/548 sec, Kompressionsmodus "fine", Schärfung ausgeschaltet.
(Original 1800x1200, 832 KB: Bild anklicken)

Irgend wann einmal reichte mir die Ricoh, geschweige denn die Jenoptik, wegen ihrer fehlenden Eingriffsmöglichkeiten und mangels externen Blitzes nicht mehr für Produktbilder und Pressefotos aus. Die Fuji MX-2900 hat zwar auch nur 2,1 Megapixel. Wie man aber in den Bild-Ecken sowie am Astwerk gegen den Himmel sieht, ist die Auflösung ihres Objektives viel besser als bei der Jenoptik, und ihre Elektronik schafft eine weit detailreichere Speicherung (siehe auch "Testfotos").


Kodak C-330
Kodak C-330 (800KB)

Als Zweitcamera für Touren wurde die Jenoptik dann doch gegen eine modernere Camera mit Autofocus und Dreifachzoom ausgetauscht, die Kodak "Easyshare" C-330, erhältlich für 79 Euro. Der Mode folgend, ist diese bereits mit einem 4-Megapixel-Sensor ausgestattet. Sie hat trotzdem Mühe, an die Bildqualität der Fuji MX-2900 heranzukommen, ist sie doch als Taschencamera für die Masse konzipiert und hat u.a. einen weniger rauscharmen Sensor von 1 cm statt 1.5 cm Diagonale.
Inzwischen hat sie sich aber auch für mich zur Dokumentation von Computer-Reparaturen unentbehrlich gemacht, erlaubt sie doch problemlose Bildschirmfotos und Nahaufnahmen.



Hier ein Computer mit Kurzschluss durch unfachgemäßen Einbau der Steckkarten von Laienhand

Als Fachcamera ist inzwischen die Fuji MX-2900 durch eine Olympus C-5050 mit fünf Megapixel und Optik 1:1.8 ersetzt. Wie die Fuji hat sie manuelle Einstellmöglichkeiten, eine Möglichkeit zum Vorsetzen eines Weitwinkelobjektives und Anschlußmöglichkeiten für ein externes Blitzgerät, in meinem Fall einen Metz 45CL-1. Äste gegen den Himmel sind einzeln erkennbar, die Brillanz ist untadelig und der Kirchturmhahn ist als solcher auszumachen. Mit diesem 2003 erschienenen Modell hat in meinen Augen die Digitalcamera auch für Amateure in der Bildqualität den Anschluß an die hochwertigen konventionellen Cameras wie Voigtländer Vitomatic oder Zeiss Contaflex gefunden. Leider hat diese Kamera Schwachstellen wie einen Elektrolytkondensator als Stützbatterie für den internen Speicher, der nach wenigen Jahren kaputtgeht und daher ist sie äußerst kurzlebig. Während hierzulande inzwischen eine Garantie von zwei Jahren auf Neuware obligatorisch ist, sind amerikanische Foren voll von Beschwerden, dass an ihrer für 799 Dollar gekaufte Kamera kurz nach Ablauf der Garantiefrist der Sony CCD Sensor ausgetauscht werden musste Link. Frühe Opfer erhielten Kulanz, Nachzügler nicht. Mit dem Ausfall des erwähnten Elektrolytkondensators (Näheres siehe jd2100f.html) war die Lebensdauer meiner Olympus C-5050Z dann endgültig abgelaufen. Da ich sie auch für berufliche Zwecke einsetzte, konnte ich natürlich nicht mitten in der Fotosession beim Akkuwechsel die Werte für z.B. Datum und Uhrzeit, Weißabgleich und Taste mit Persönlichen Einstellungen neu einspeichern oder bei Aufnahmen im Freien mal eben ein Netzteil einstöpseln, um die Stromversorgung auch beim Batteriewechsel aufrechtzuerhalten.

Wie immer gibt's die Vollversion durch Klick auf obiges Bild zu sehen, inzwischen mit 2560 x 1920 Pixel und in einer Größe von mehr als 1 Megabyte (also Vorsicht).


Aiptek Megacam 1.3
Foto Aiptek

Hier sendet mir Jochen Huhmann ein Bild von einer Aiptek Megacam 1.3, auch CMOS-Sensor, kein Blitz, kein Display, Speicher nicht erweiterbar.Für Originalgröße Bild anklicken.


Practica/Exacta DC20

Von Sven Boetcher erhielt ich Fotos, die mit einer weiteren, preiswerten Schnappschusscamera gemacht werden: Der laut Technischen Daten nur 20 Millimeter dicken Practica/Exacta DC20 (schon aus der Abbildung im Datenblatt zusammen mit einem 21 mm durchmessenden 5-Cent-Stück wird allerdings deutlich, daß Objektiv und Rückwand über dieses Maß erheblich hervorstehen) mit 2 Megapixel CMOS Sensor, Fixfocus, 8 MB on board, SD-Card-Slot, optischem Durchsichtssucher und TFT-Bilddisplay.
Die Camera produziert einen leicht violetten Farbstich in grauen Bildpartien und das Objektiv überstrahlt Äste gegen den weiß gezeichneten Himmel viel stärker als das Biotar der Jenoptik/Scanhex Camerareihe (an diversen, hier nicht veröffentlichten Bildern zu erkennen). Hingegen sind weniger Kompressionsverluste auszumachen als bei der Jenoptik 2100f. Datenblatt als .PDF_Datei

Bild
Bl. 2.8 1/257 sec. Wie auch im folgenden Bild, ist eine leichte Vignettierung zu beklagen.
Original
Bild
Bl. 2.8 1/216 sec. Die Camera arbeitet auch noch bei Sonne mit Blende 2.8, selbst wenn die Zeit sich auf weniger als eine 500stel Sekunde einstellt, sodaß Landschaftsbilder in Entfernung "unendlich" nicht so scharf werden, wie es den zwei Megapixel entspricht.
Original


Eine hoch informative Test-Site (in Englisch) ist hier zu finden.

Testbilder, nichts als Testbilder: hier von Heise.

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