Hannes Birnbacher, Windhagen/Ww.

Tja, für mich als technisch interessierter NERD mit diversen Fahrzeugen war es ein unwiderstehlicher Anreiz, welche technischen Wunderwerke man für 10, 30 oder 60 Euro erstehen kann. Sie haben Bewegungserkennung und Endlosaufnahme, das ganze ohne bewegliche Teile, was will man mehr.
Für den Profi (d.h. jemanden, der diese Kamera während seines Broterwerbs nutzt), kann ich dringend raten, gehe nicht nach dem Preis - und lass' Dir dann auch nicht schlechte Ware zum hohen Preis andrehen.
Bsp. ich habe eine Kamera für meine Bedürfnisse im Auto, 45 Euro, von Deutschland aus verschickt, sie bringt in ihrer Preisklasse unerreicht gute Videos mit akzeptabler Wiedergabe von Farben und Helligkeitsunterschieden, von denen ich auch mal eine passable Vorstellung meiner Lieblings-Strecken auskoppeln könnte.

Welche nun? Auf www.dashcamtalk.com wird eine ganze Reihe Kameras getestet und einige sind empfohlen worden. Leider sind die billigen hierzulande nicht zu bekommen, und die Hiesigen, die ganz genauso aussehen wie die Guten im Test, sind die äusserlich identischen Nachbauten, vor denen in diesen Tests gewarnt wird und auf die man irgend welche Eigenlabels wie Nav..., Prakt... geklebt hat.

Fazit: wenn du eine zuverlässige Dashcam haben willst, ohne serienweise testen und wirklich unbrauchbare Exemplare zurückschicken zu wollen, halte dich an die dreistelligen Kaufpreise und informiere dich umfassendst vor dem Kauf.

Einige Einzelheiten:

- Achte auf H264 Komprimierung, sonst war dem Hersteller der Chip dafür schon zu teuer.

- Der Akku sollte auswechselbar sein. Sonst ist wegen der begrenzten Lebensdauer von Akkus die Kamera von vorneherein als Wegwerfkamera konstruiert. Die Dashcams mit Wechselakkus, die ich kenne, sind mit bestimmten Typen für Nokia-Handies bestückt, die gut nach- bzw. als Reserve zur Stromversorgung an einem Zweirad hinzugekauft werden können.

- Auflösungen in den Angeboten sind grundsätzlich erstunken und erlogen, ebenso wie Megapixel-Angaben. Der eine schreibt ehrlich rein: "interpoliert von 640x480", der andere setzt in die Überschrift "full HD 1920x1080px" - bei derselben Kamera, wohlgemerkt.

Wenn du eine auch alte Digitalkamera auf "Video" stellst, siehst du, dass sie auch bei Auflösungen wie 320x240 oder 640x480 sehr viel klarere Filme macht, als auch die teureren Dashcams. Warum? Auf das Objektiv kommt es an. Die etwas besseren Dashcams werden z.T. mit Vier- oder Sechslinsern beworben (was natürlich immer noch nicht mit einem Vierlinser einer richtigen Kamera wie dem Leitz Elmar vergleichbar wäre...).

Vergleiche mal meine anderweitigen Beispielfotos:
45-Euro-Dashcam mit brauchbarem Objektiv unter "F900LHD" Clone vs.
60-Euro-Dashcam von Praktica als Negativbeispiel unter "DVR-027" Clones

Was die Montagefrage betrifft, so sind die üblichen Saugnäpfe hervorragend zum Ausprobieren und für variable Anbringungen geeignet. Für die - ohne Werkzeug trennbare - Festmontage habe ich Neodym-Magnete (30 mm Durchmesser, Haltekraft 27 kg, im Gehäuse mit angesenktem Schraubloch), einen Alu-Streifen aus dem Baumarkt (40x3mm, 1 mtr. lang) und verstellbare Klickhalterungen von HR Richter hergenommen (wie http://www.amazon.de/gp/product/B001VICO…0?ie=UTF8&psc=1), alles zusammen für weniger als zehn Euro. Wichtig ist mir dabei, dass man von aussen nur das kleinste Profil der Kamera sieht, und bei der jetzigen Kamera mit 180 Grad verstellbarem Objektiv, dass man es (demonstrativ) auch nach hinten zum Aufnehmen dichtauffahrender Rowdies durch die Heckscheibe drehen kann :D . Bei meinem Auto war der Magnet am besten, da der Geländewagen einen eisernen Rahmen mit Absatz hat, andere klemmen vielleicht eine Metallhalterung mit unter irgend eine Befestigungsschraube, die sich anbietet. Auf jeden Fall entfällt mit einer solchen Konstruktion der klobige Saugnapf mit Auslegern.