Hannes Birnbacher, Windhagen/Ww.

Feste Montage (ohne Saugnapf)
Den Saugnapf sah und sehe ich als nicht-permanente Notlösung an. Ich wollte eine feste Halterung, die die Kamera genau da plaziert, wo ich sie haben wollte: weit aus dem Bild gerückt, sodass sie nicht etwa den Blick auf z.B. eine hochliegende Ampel blockiert, und die Kamera sollte auch von aussen gesehen sehr unauffällig ganz am Rande der Scheibe plaziert sein, sodass ich sie im geparkten Auto lassen kann, ohne dass sie sofort als Beute auffällt. Sonst blieb nur 1 Bedingung: dass die Lösung so gut wie nichts kosten und so wenig Arbeit wie möglich verursachen sollte.
Mein Auto hat eine ziemlich senkrechtstehende Windschutzscheibe in einem Stahlrahmen.

Die Lösung sah dann so aus (Erläuterungen folgen):

Materialien und Werkzeuge:

Für das Bild habe ich den Streifen, einen Messwinkel und eine Lötlampe zum schärferen Biegen auf einem Schraubstock drapiert. Das 3-mm-Alu kann aber genausogut auch über einem Brett oder einem Ziegelstein mit einem Hammer von Hand zurechtgekloppt werden. Dann wäre auf weichere Rundung der Knickstellen zu achten und eine Justierung, d.h. mehrfaches Hin- und Herbiegen an einer scharf eingespannten Kante, ist ohne Lötlampe zu vermeiden.

Der Hauptbestandteil ist ein Stück Aluminiumstreifen 40mm breit, 3mm stark aus dem Baumarkt. Die 40 mm Breite ist nützlich für die nachstehend beschriebenen Adapterplatten System Richter. Statt ihn unter eine Schraube zu klemmen oder gar ein Schraubenloch zu bohren, entschied ich mich für eine Magnetbefestigung. Beim Buchhändler oder beim Versteigerungshaus bekommt man beim 5-Stück-Einkauf zum Stückpreis von 4,50 Euro incl. Versand Neodym-Magnete mit einem Durchmesser von 30mm und einer Haltekraft von 27 kg. Ich habe festgestellt, dass dieser überdimensioniert ist, daher sieht man auf dem Foto eine Zwischenlage aus einem Stück Reparatur-Klebeband, damit der Halter abnehmbar bleibt und zur Lackschonung. Selbst wenn ich den Magneten fünfmal schwächer gewählt hätte, könnte ich noch meinen Vorschlaghammer damit aufheben.
Wichtig ist, einen Magneten im Gehäuse mit angesenkter Schraubenbohrung zu erwerben. Und Warnung, diese Magneten sind wirklich stark. Sie sind in der Handhabung und vor allem Montage problematisch.

Dritter Bestandteil (auf vorstehendem Bild verdeckt) ist ein Klickhalter von HR-Richter, unter diesem Suchbegriff reichlich beim Buchhändler zu finden.
Wer es sich leicht machen will, nimmt einen verstellbaren Halter mit einer Kugelschale, Type 1536 ab 4,39 Euro incl. Versand (rechts). Der nimmt aber mehr Dicke in Anspruch. Ich habe es unternommen, das Aluminiumblech in mehreren Schritten so zu biegen, dass ich keine Justierung brauchte (mehr dazu weiter unten). Dann reichte eine "Adapterplatte männlich" (links) zum Einklicken für 3,36 Euro incl. Versand. Das ist eine Klebeplatte. Wer mag, senkt sie an und fixiert sie mit einer 3-mm-Senkkopfschraube oder einem Blindniet. Habe ich nicht gemacht. Beide Varianten sind auf nachstehendem Bild zu sehen:

Zuerst macht man sich vor Ort eine Schablone, um die Abstände ermessen zu können. Es ist gar nicht so leicht, sich klar zu werden, wie die Kamera überhaupt montiert werden muss, damit z.B. das Bild nicht kopfstehend gespeichert wird, und wie der Halter gefertigt werden muss, damit das Objektiv noch im Bereich der Scheibenwischer liegt. Bei dieser speziellen Kamera ist der Korpus senkrecht zu montieren. Das Objektiv ist schwenkbar. Für einen möglichst kleinen "Footprint" (schwer zu übersetzen, sinngemäß "Sichtbarkeit") von vorne hätte ich die Kamera längs in Fahrtrichtung montieren müssen. Aber der (einzige) Vorteil des von links nach rechts schwenkbaren Objektivs ist es, dass man es um 180 Grad nach hinten durch die Heckscheibe verdrehen könnte. Daher habe ich die Kamera quer aufgehängt. Dafür ist auch der "Footprint" gegenüber dunklen Gestalten, die vom Gehweg aus in das Auto spähen, kleiner.
Auf dem Bild ist endlich auch der Magnet zu sehen.
Ich hatte früher befürchtet, der Magnet könnte unter den paar hundert Gramm des angehängten Gewichtes nach unten wandern. Daher habe ich für mein Auto noch einen Haken oberhalb des Magneten vorgesehen, der den Rahmen der Windschutzscheibe umgreift. Eigentlich unnötig, zumal das auf dem ersten Bild gezeigte Klebeband durch Reibung ein Wegrutschen sowieso verhindert.

Drei Biegestellen, ein Loch gebohrt, fertig ist die stabile Halterung. Links ein Filzpad zur Schonung des Lacks. Noch nicht aufgebracht ist die Klickhalterung:

Für meine Kamera, Type LHD 500/900 und Clones, wohl auch G1000 etc. wurde die Halteplatte waagerecht aufgebracht:

Logischerweise ist dieselbe Lösung auch ohne Magnet (dann irgendwo dranschrauben) sowie für andere Kameras brauchbar: für die CarCam Varianten ohne Änderung, die wird halt nicht quer, sondern hoch an den Halter montiert, der dafür ein wenig länger sein muss, bzw. für die DVD-027 Familie mit Kameraschraube oder beidseitigem Klick-Adapter mit einer zusätzlichen Biegung, sodass die Kamera unter dem waagerecht liegenden Ende des Halters befestigt wird.
Den Halter habe ich inzwischen als vibrationsfrei getestet und bequem abnehmbar.

So sieht das Ergebnis dann aus. Auf dem Bild ist der Halter bereits schwarzmatt gespritzt (bei Norma gab's gerade die Sprühdosen für drei Euro...), den viel zu auffälligen Kamerakopf habe ich inzwischen auch schwarzmatt angepinselt:

Den alten Aufkleber hätte ich ja lieber weiter links vor der Kamera gehabt und da kommt auch noch irgendwas hin. (Er spiegelt übrigens nicht grenzenlose Begeisterung für die Exekutive wider, sondern ist von einer lokalen Bürgerinitiative gegen die Schließung einer Autobahn-Polizeistation, sodass Rettungseinsätze usw. aus 50 km Entfernung bedient werden müssen, verteilt worden).

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